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Reifengrößen & Kennzeichnung – Ratgeber im Magazin

Kleine Reifengröße, kleine Auswahl: Warum es in 13 Zoll fast kein A auf dem Label gibt

· 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 05.10.2026
Reifenregal: links wenige kleine Reifen, rechts viele große (KI-generiert, OpenAI)
Reifenregal: links wenige kleine Reifen, rechts viele große (KI-generiert, OpenAI)

Wer einen Kleinwagen mit 13-Zoll-Rädern fährt, kennt das Gefühl: Man liest einen Reifentest, merkt sich den Sieger – und findet ihn in der eigenen Größe nicht. Das ist kein Zufall und auch kein Versehen des Händlers. Die Auswahl an Reifen hängt stark vom Felgendurchmesser ab, und mit ihr die Frage, welche Bewertungen auf dem EU-Reifenlabel überhaupt erreichbar sind.

Für diese Aktualisierung haben wir nicht mehr einzelne Größen gezählt, sondern unseren kompletten Pkw-Bestand ausgewertet: 35.488 Pkw-Reifen aus dem Katalogstand vom 4. Oktober 2026. Nach Abzug von 2.999 Ausführungen, deren Labelangaben erkennbar Platzhalter sind, und solchen ohne verwertbare Labelwerte bleiben 32.489 Ausführungen – 16.414 Sommerreifen, 7.915 Winterreifen und 7.700 Ganzjahresreifen. Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus dieser Auszählung.

Und sie haben einen Befund zutage gefördert, der in der Juli-Fassung dieses Beitrags noch fehlte und der die Kernaussage einschränkt: Die Treppe nach oben gibt es nur beim Sommerreifen. Wer im Oktober Winterreifen sucht, liest das Feld nach ganz anderen Regeln.

Wie viel Auswahl in Ihrer Reifengröße wirklich steckt

Die Zahl der verfügbaren Ausführungen unterscheidet sich zwischen den Zollklassen um mehr als das Siebzigfache. In 12 Zoll stehen 34 Sommerreifen im Regal, in 13 Zoll sind es 379, in 18 Zoll 2.678. Noch aussagekräftiger als die Stückzahl ist die Zahl der unterschiedlichen Modelle, denn fünf Ausführungen desselben Profils sind für die Kaufentscheidung nur ein Angebot: 87 Modelle in 13 Zoll, 230 in 15 Zoll, 332 in 18 Zoll.

Entscheidend ist dabei, dass die Kurve nicht einfach immer weiter steigt. Sie erreicht ihren Gipfel bei 18 Zoll und fällt danach deutlich ab – auf 137 Modelle in 21 Zoll, 75 in 22 Zoll und ganze 17 in 23 Zoll. Wer sehr klein oder sehr groß fährt, hat also in beiden Fällen weniger Auswahl als der Durchschnitt, nur aus unterschiedlichen Gründen: unten, weil das Segment schrumpft, oben, weil es ein teures Nischensegment ist. Die mittleren Zollklassen zwischen 16 und 20 Zoll decken zusammen rund zwei Drittel des gesamten Sommerreifenangebots ab.

Interessant ist, was dabei nicht zusammenbricht: die Zahl der Marken. In 13 Zoll finden sich immer noch 56 verschiedene Marken, in 18 Zoll sind es 81 – das ist ein Unterschied, aber kein Einbruch. Die Vielfalt in kleinen Größen besteht also fort, sie verschiebt sich nur: weg von den bekannten Herstellern, hin zu vielen kleinen Anbietern mit je ein bis zwei Profilen. Welche Marke in welcher Größe überhaupt antritt, haben wir in einer eigenen Auswertung zur Markenverfügbarkeit über 593 Pkw-Größen aufgeschlüsselt – mit dem Ergebnis, dass der Zoll dabei weniger erklärt als erwartet.

Was auch steigt, ist der Preis. Der Median liegt in 13 Zoll bei 47,86 Euro, in 16 Zoll bei 80,84 Euro, in 18 Zoll bei 116,97 Euro, in 20 Zoll bei 190,00 Euro und in 23 Zoll bei 351,44 Euro je Reifen. Zwischen der kleinsten und der größten gängigen Zollklasse liegt damit etwa der Faktor sieben – ein Punkt, der bei der Überlegung, auf größere Räder zu wechseln, oft unterschätzt wird.

In 13 Zoll endet das Angebot praktisch bei Nasshaftung B

Am klarsten wird der Unterschied beim EU-Reifenlabel. Unter allen 379 Sommerreifen in 13 Zoll trägt genau eine einzige Ausführung die Nasshaftungsklasse A: der Dunlop Sport Classic 195/45 R13 für 211,04 Euro. Das ist ein Reifen für Klassiker und Oldtimer, kein Alltagsprodukt – und er trägt bei der Kraftstoffeffizienz die Klasse D. Rechnet man Winter- und Ganzjahresreifen hinzu, bleibt es bei dieser einen Ausnahme: Unter 774 Reifen in 13 Zoll über alle Saisons gibt es kein zweites A bei der Nasshaftung.

Bei der Kraftstoffeffizienz ist der Befund noch eindeutiger. In 13 Zoll kommt die Klasse A überhaupt nicht vor, und auch B bleibt die seltene Ausnahme: Nur 0,5 Prozent der Sommerreifen dieser Zollklasse erreichen A oder B zusammengenommen. Für ein normales Alltagsauto in einer normalen 13-Zoll-Größe ist ein Spitzenwert auf dem Label damit schlicht nicht zu haben.

Deutlicher noch als die Labelklassen hat sich verschoben, welche Hersteller überhaupt anbieten – und hier müssen wir die Juli-Fassung dieses Beitrags korrigieren. Damals hieß es, Continental, Goodyear, Dunlop, Falken, Nokian, Vredestein und Hankook seien in 13 Zoll vertreten. Nach der aktuellen Auszählung stimmt das nur noch für drei davon: Hankook mit zehn Ausführungen, Continental mit fünf, Dunlop mit drei. Goodyear, Falken, Vredestein und Nokian führen derzeit keinen einzigen Pkw-Sommerreifen in 13 Zoll – Nokian ist in dieser Zollklasse überhaupt nicht mehr vertreten, in keiner Saison und keiner Rubrik. Michelin, Bridgestone und Pirelli fehlten damals wie heute; was von diesen Marken in 13 Zoll auftaucht, sind Roller- und Mopedreifen sowie ein einzelner Ganzjahresreifen.

Der Rest des Angebots verteilt sich auf Marken, die den meisten Autofahrern wenig sagen: Nankang, Aplus, Sailun, Imperial, Leao, Superia, Fortuna und ähnliche führen die Stückzahlen an. Das ist keine Qualitätsaussage – aber es bedeutet, dass die vertrauten Orientierungspunkte aus Testberichten in dieser Zollklasse weitgehend fehlen. Wie dünn die Testlage dort tatsächlich ist, zeigt unsere Auswertung zur Testabdeckung nach Reifengröße.

Ab 15 Zoll dreht sich das Verhältnis

In 14 Zoll bessert sich das Bild spürbar, ohne gut zu sein: 7,1 Prozent der 912 Sommerreifen tragen Nasshaftung A. Ab 15 Zoll kippt das Verhältnis dann deutlich – 22,9 Prozent –, und von dort an geht es in großen Schritten weiter: 40,5 Prozent in 16 Zoll, 51,0 Prozent in 17 Zoll, 56,1 Prozent in 18 Zoll, 58,9 Prozent in 20 Zoll und 65,8 Prozent in 21 Zoll.

Anders gesagt: Was in 13 Zoll die absolute Ausnahme ist, ist ab 17 Zoll die Mehrheit des Angebots. Der Sprung passiert nicht gleichmäßig über alle Größen hinweg, sondern konzentriert sich auf den schmalen Bereich zwischen 14 und 16 Zoll. Dort verzehnfacht sich der Anteil der Spitzenklasse innerhalb von zwei Zollschritten.

Bei der Kraftstoffeffizienz verläuft dieselbe Treppe flacher und endet früher. Der Anteil der Reifen mit Effizienzklasse A oder B steigt von 0,5 Prozent in 13 Zoll auf 24,8 Prozent in 16 Zoll und etwa 31 Prozent in 18 bis 19 Zoll – und bleibt dann dort stehen. In 20 Zoll sind es 29,4 Prozent, in 23 Zoll nur noch 24,4 Prozent. Nassgriff lässt sich mit Felgendurchmesser also weiter nach oben kaufen, Rollwiderstand nicht. Dass ein Modellname ohnehin keine feste Labelklasse garantiert, sondern je nach Ausführung schwankt, zeigt unser Beitrag dazu, warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes EU-Label trägt.

Die wichtigste Einschränkung: Das alles gilt für Sommerreifen

An dieser Stelle muss die Juli-Fassung dieses Beitrags eine Einschränkung bekommen, die sie nicht hatte – und sie ist gewichtig genug, um die Kernaussage neu zu rahmen. Alle bisher genannten Zahlen stammen aus dem Sommerreifen-Bestand. Rechnet man dieselbe Zolltreppe getrennt für Winter- und Ganzjahresreifen, sieht sie völlig anders aus:

  • Sommerreifen: 0,3 Prozent Nasshaftung A in 13 Zoll, 51,0 Prozent in 17 Zoll, 65,8 Prozent in 21 Zoll – eine steile, durchgehende Treppe.
  • Ganzjahresreifen: 0,0 Prozent in 13 Zoll, 5,2 Prozent in 17 Zoll, 19,8 Prozent in 21 Zoll – dieselbe Richtung, aber auf einem Drittel der Höhe.
  • Winterreifen: 0,0 Prozent in 13 Zoll, 4,5 Prozent in 17 Zoll, 9,8 Prozent in 20 Zoll – praktisch eine Gerade knapp über null.

Der Unterschied ist nicht graduell, sondern grundsätzlich. Bei 17 Zoll, also mitten im gängigsten Bereich, trägt gut jeder zweite Sommerreifen ein A bei der Nasshaftung – aber nur jeder zweiundzwanzigste Winterreifen. Die verbreitete Faustregel „größere Räder, besseres Label“ ist damit keine allgemeine Regel, sondern eine Sommerregel. Wer im Oktober vor der Winterreifenentscheidung steht und sie aus einem Sommerreifen-Vergleich mitnimmt, legt einen Maßstab an, den in dieser Saison fast kein Reifen erfüllen kann.

Wichtig ist, was daraus nicht folgt: Winterreifen sind deshalb nicht schlechter. Sie werden auf demselben nassen Asphalt nach demselben Verfahren gemessen, müssen dabei aber eine Gummimischung mitbringen, die auch bei wenigen Grad über null noch arbeitet. Diesen Zielkonflikt und seine Folgen für das Label haben wir in einem eigenen Beitrag dazu aufgeschlüsselt, warum Nasshaftung A bei Winterreifen fast nicht vorkommt.

Beim Winterreifen kauft der Zoll fast nichts

Wie eng es im Winter tatsächlich wird, zeigt der Blick auf die Größen, die die meisten Fahrzeuge betreffen. Unter den 2.810 Winterreifen bis einschließlich 16 Zoll mit belastbaren Labelwerten tragen 63 die Nasshaftungsklasse A – 2,2 Prozent. Diese 63 Ausführungen verteilen sich auf nur acht Modelle, und ein einziges davon stellt knapp die Hälfte: Der Bridgestone Blizzak LM005 kommt allein auf 30 Ausführungen, mit der Driveguard-Variante auf 32. Es folgen Linglong Sport Master Winter mit 13, Sailun Ice Blazer Alpine2 mit 8, Linglong Grip Master Winter mit 5, Kumho Wintercraft WP52+ mit 3 sowie je eine Ausführung von Maxxis und Pirelli.

Praktisch heißt das: Wer in 15 oder 16 Zoll einen Winterreifen mit Nasshaftung A sucht, sucht in Wahrheit nicht nach einer Klasse, sondern nach einer Handvoll konkreter Profile. Fällt eines davon in Ihrer Größe aus, gibt es in aller Regel keinen Ersatz derselben Klasse – anders als beim Sommerreifen, wo in derselben Zollklasse Dutzende Alternativen bereitstehen.

Dazu kommt ein Preis, der nicht auf dem Preisschild steht. Von diesen 63 Ausführungen trägt keine einzige die Effizienzklasse A oder B: 42 stehen bei C, 19 bei D und 2 bei E. Der Nassgriff wird im Winterbereich also durchgängig mit Rollwiderstand erkauft. Zwei lieferbare Beispiele aus unserem Bestand zeigen die Bandbreite: der Bridgestone Blizzak LM005 in 195/65 R15 für 67,22 Euro mit C/A und der Kumho Wintercraft WP52+ in 205/55 R16 für 62,26 Euro, ebenfalls C/A. Alle Größen des erstgenannten Profils finden Sie auf dem Modellüberblick zum Blizzak LM005; das komplette Winterangebot steht unter Winterreifen für Pkw.

Besonders eng wird es unterhalb von 15 Zoll. In 14 Zoll gibt es im gesamten Winterbestand vier Ausführungen mit Nasshaftung A, in 13 Zoll keine einzige. Wie dünn das Winterangebot in kleinen Größen insgesamt ist, haben wir am Beispiel der Winterreifen in 14 Zoll durchgerechnet – und es gibt sogar Größen, für die überhaupt kein Winterreifen mehr existiert, nachzulesen in unserer Auswertung zur Winterlücke bei Reifengrößen.

Die zweite Achse: Was die Reifenbreite verrät

Der Felgendurchmesser ist nicht die einzige Größenangabe, an der das Label hängt. Rechnet man dieselbe Auswertung über die Reifenbreite, ergibt sich bei den Sommerreifen eine fast lehrbuchhaft gleichmäßige Kurve: In 145 Millimetern tragen 1,2 Prozent Nasshaftung A, in 165 Millimetern 6,4 Prozent, in 185 Millimetern 19,7 Prozent, in 205 Millimetern 42,6 Prozent, in 225 Millimetern 52,3 Prozent und ab 265 Millimetern durchgehend über 60 Prozent. Breiter heißt hier also tatsächlich und sehr verlässlich: mehr Nassgriff im Angebot.

Bei der Kraftstoffeffizienz gilt das ausdrücklich nicht. Der Anteil der Reifen mit Effizienz A oder B steigt bis 235 Millimeter auf 38,5 Prozent an – und fällt danach wieder, auf 26,7 Prozent bei 265 Millimetern, 16,9 Prozent bei 295 Millimetern und 9,7 Prozent bei 305 Millimetern. Die breiteste Flanke kauft also Nassgriff, aber keinen niedrigen Rollwiderstand; ab einem gewissen Punkt kostet sie ihn sogar wieder. Was die Reifenbreite sonst noch für Verbrauch, Preis und Fahrverhalten bedeutet, behandelt unser Ratgeber breit oder schmal; den Zusammenhang zwischen Querschnitt und Preis haben wir in einem eigenen Datencheck zum Querschnitt ausgewertet.

Woran das liegt – und woran nicht

Wichtig ist zunächst, was nicht die Erklärung ist: Die Grenzwerte des EU-Labels sind nicht größenabhängig. Die Verordnung (EU) 2020/740 legt für alle Reifen der Klasse C1 – also gewöhnliche Pkw-Reifen – dieselben Schwellenwerte fest, unabhängig vom Felgendurchmesser. Ein 13-Zoll-Reifen wird nach exakt demselben Maßstab bewertet wie ein 21-Zöller (Quelle: Verordnung (EU) 2020/740 auf EUR-Lex). Eine einzige Einschränkung gibt es: Fällt ein Reifentyp zugleich unter C1 und C2 – das betrifft verstärkte Ausführungen mit C-Kennung für Transporter –, gilt die strengere C2-Skala. Für normale Pkw-Größen spielt das keine Rolle. Der Unterschied steckt also nicht in der Bewertung, sondern im gemessenen Wert.

Warum die gemessenen Werte in kleinen Größen schlechter ausfallen, lässt sich aus unseren Zahlen allein nicht belegen – und wir wollen hier nichts behaupten, was wir nicht zeigen können. Plausibel ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Kleine Größen sitzen überwiegend auf preisgünstigen Fahrzeugen, entsprechend niedriger liegt die Zahlungsbereitschaft, und entsprechend selten lohnt sich für einen Hersteller die aufwendige Entwicklung einer Hochleistungsmischung für ein schrumpfendes Segment. Dass die einzige 13-Zoll-Ausführung mit Nasshaftung A ein Klassikerreifen für 211 Euro ist, passt zu dieser Lesart – beweist sie aber nicht.

Ein zweiter Punkt gehört dazu, und er wird durch die Markenzahlen dieses Jahres gestützt: Die kleinen Zollklassen sind ein Rückzugssegment. Dass mit Goodyear, Falken, Vredestein und Nokian binnen weniger Monate vier bekannte Namen aus dem 13-Zoll-Sommerangebot verschwunden sind, zeigt die Richtung deutlicher als jede Prozentzahl. Neue Modellgenerationen erscheinen dort oft gar nicht mehr, sodass im Regal überwiegend ältere Entwicklungsstände liegen. Auch das erklärt einen Teil des Gefälles, ohne dass sich der Anteil beziffern ließe.

Der Deckel: Was in Ihrer Größe tatsächlich erreichbar ist

Für die Kaufentscheidung ist die Prozentzahl über eine ganze Zollklasse weniger nützlich als eine einfachere Frage: Welche Klasse ist in meiner konkreten Größe überhaupt die beste, die es gibt? Wir haben das für die gängigen kleinen Sommerreifengrößen ausgezählt – und das Ergebnis ist ermutigender, als die Prozentzahlen vermuten lassen.

  • 155/70 R13 – 47 Ausführungen, bester Wert ist B bei der Nasshaftung, und den tragen 19 davon. Median 43,23 Euro.
  • 165/70 R13 – 49 Ausführungen, Deckel B, erreicht von 18. Median 45,17 Euro.
  • 155/80 R13 – 51 Ausführungen, Deckel B, erreicht von 17. Median 45,56 Euro.
  • 175/70 R13 – 36 Ausführungen, Deckel B, erreicht von 14. Median 50,03 Euro.
  • 175/65 R14 – 145 Ausführungen, hier gibt es bereits A, allerdings nur elfmal. Median 46,43 Euro.
  • 185/60 R14 – 75 Ausführungen, A zwölfmal vertreten.

Das ist die eigentlich praktische Nachricht dieses Beitrags: In den typischen 13-Zoll-Größen ist B nicht nur das Maximum, sondern auch gut erreichbar – rund vier von zehn Reifen im Regal tragen dort diese Klasse. Wer in 13 Zoll ein B kauft, kauft damit das Beste, was es gibt, und zahlt dafür keinen Aufpreis: Die Mediane liegen allesamt unter 51 Euro. Der Unterschied zwischen B und C ist dabei kein Detail – wie viel Meter Bremsweg zwischen zwei Labelklassen tatsächlich liegen, zeigt unser Beitrag zur Nasshaftung und ihren Bremswegen, und warum die unteren Klassen trotzdem im Regal stehen, erklärt die Auswertung zu Nasshaftung D und E.

Was Sie in einer kleinen Größe richtig machen

Die praktische Konsequenz ist nicht, sich mit irgendetwas zufriedenzugeben, sondern den Maßstab an das anzupassen, was in Ihrer Größe tatsächlich erreichbar ist.

  • Vergleichen Sie innerhalb Ihrer Größe, nicht mit Testberichten aus 18 Zoll. Ein B bei der Nasshaftung ist in 13 Zoll das Optimum. Wer auf ein A wartet, wartet vergeblich.
  • Beachten Sie die Saison, bevor Sie eine Labelklasse zur Bedingung machen. Ein Winterreifen mit Nasshaftung B liegt im Winterfeld sehr weit vorn – dort, wo beim Sommerreifen erst ein A beginnt.
  • Nasshaftung vor Effizienz. Wenn Sie sich entscheiden müssen, hat die Nasshaftung den direkteren Sicherheitsbezug. Der Unterschied zwischen zwei Effizienzklassen macht sich beim Verbrauch bemerkbar, der Unterschied beim Bremsweg auf nasser Fahrbahn im Ernstfall.
  • Achten Sie auf das Herstellungsdatum. Gerade in schrumpfenden Größen stehen Reifen länger im Lager. Die DOT-Nummer auf der Flanke verrät, wie alt der Reifen ist.
  • Prüfen Sie den Aufpreis kritisch. Ein bekannter Markenname bedeutet in kleinen Zollklassen nicht automatisch ein besseres Label.

Wie sich das konkret darstellt, zeigen drei lieferbare Beispiele. Der Ceat EcoDrive 165/70 R13 für 47,55 Euro trägt B bei Effizienz und Nasshaftung und damit die beste Label-Kombination, die uns in 13 Zoll begegnet ist. Der Continental EcoContact 6 175/70 R13 für 81,73 Euro kommt auf dieselben Klassen B/B – ein gutes Beispiel dafür, dass der bekannte Markenname in dieser Zollklasse nicht automatisch ein besseres Label bedeutet, auch wenn er für Laufleistung und Verarbeitung durchaus etwas anderes bedeuten kann. Wer dagegen ohnehin 14 Zoll fährt, hat mit dem Falken Sincera SN110 175/65 R14 für 43,32 Euro bereits Zugriff auf Nasshaftung A – in 13 Zoll gibt es zu diesem Preis nichts Vergleichbares.

Das komplette Angebot in Ihrer Größe finden Sie über unsere Sommerreifen für Pkw; die Größenseiten 175/65 R14 und 195/65 R15 zeigen beispielhaft, wie breit das Feld schon ein bis zwei Zollklassen weiter oben wird. Welche Größen für Ihr Fahrzeug überhaupt zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein – nachzulesen in unserem Ratgeber zur zugelassenen Reifengröße. Und wenn Sie über größere Räder nachdenken, rechnen Sie den Folgepreis mit: Was beim Wechsel auf größere Felgen zu beachten ist, haben wir separat zusammengestellt. Begriffe rund um das Etikett erklärt außerdem unser Reifen-Wiki.

Fazit

Die Auswahl an Reifen ist keine Konstante, sondern hängt deutlich am Felgendurchmesser – und zwar in beide Richtungen: Mit 87 Modellen in 13 Zoll und 17 in 23 Zoll sind die Ränder beide schmal, der Gipfel liegt bei 18 Zoll. Beim EU-Label ist das Gefälle noch deutlicher: Unter 379 Sommerreifen in 13 Zoll trägt genau einer die Nasshaftungsklasse A, und das ist ein Klassikerreifen für 211 Euro. Ab 17 Zoll ist A dagegen die Mehrheit.

Die wichtigste Ergänzung gegenüber unserer ersten Auswertung ist aber die Saison. Diese Treppe ist eine Sommerreifen-Treppe. Beim Winterreifen steigt sie kaum: 2,2 Prozent Nasshaftung A bis 16 Zoll, verteilt auf acht Modelle, von denen eines fast die Hälfte stellt – und kein einziges davon erreicht gleichzeitig eine gute Effizienzklasse.

Für Sie heißt das vor allem: Beurteilen Sie einen Reifen an dem, was in Ihrer Größe und in Ihrer Saison möglich ist. Ein B in 13 Zoll ist eine gute Wahl, kein Kompromiss. Und ein B bei einem Winterreifen ist, gemessen am Feld, ein sehr gutes Ergebnis.

Häufige Fragen

Bekomme ich für einen Kleinwagen überhaupt einen sicheren Reifen?

Ja. Auch die Klassen B und C bei der Nasshaftung erfüllen die gesetzlichen Anforderungen, und der Abstand zwischen zwei Klassen ist kleiner als der zwischen einem neuwertigen und einem abgefahrenen Reifen. Wichtiger als die letzte Labelklasse sind ausreichend Profil, korrekter Luftdruck und ein Reifen, der nicht überaltert ist. Worauf es in der kleinen Klasse sonst ankommt, fasst unser Ratgeber zu Reifen für den Kleinwagen zusammen.

Warum schneiden Winterreifen auf dem Label bei der Nasshaftung schlechter ab?

Weil die Gummimischung einen Zielkonflikt lösen muss: Sie soll bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch weich bleiben, wird dafür aber bei den zweistelligen Plusgraden des Nasshaftungstests weicher und unpräziser, als es für einen kurzen Bremsweg optimal wäre. Gemessen wird nach demselben Verfahren wie beim Sommerreifen – nur erreichen Winterreifen dabei eben seltener die Spitzenklasse.

Sollte ich beim Reifenkauf lieber auf Tests oder auf das Label schauen?

Am besten auf beides, aber mit unterschiedlicher Gewichtung. Das Label deckt jeden Reifen ab und erlaubt den Vergleich innerhalb Ihrer Größe; Tests gehen tiefer, decken aber nur einen kleinen Teil des Marktes und meist nur gängige mittlere Größen ab. Wie sich die beiden zueinander verhalten, haben wir im Vergleich Label oder Test aufgeschlüsselt.

Lohnt es sich, wegen der besseren Auswahl auf größere Räder zu wechseln?

Für sich genommen selten. Ein Wechsel auf einen größeren Felgendurchmesser muss für das Fahrzeug freigegeben sein, verändert Komfort und Abrollumfang und verteuert jeden künftigen Reifensatz spürbar – zwischen 13 und 18 Zoll liegt im Median rund das Zweieinhalbfache je Reifen. Wenn ohnehin neue Räder anstehen und mehrere Größen freigegeben sind, ist die größere Auswahl allerdings ein legitimes Argument unter mehreren. Für die kalte Jahreszeit lohnt zusätzlich ein Blick in unsere Kaufberatung für Winterreifen.

Schlagwörter: Reifengröße EU-Reifenlabel Nasshaftung Kleinwagen Kaufberatung

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