Continental AllSeasonContact 2: Technik, Tests und für wen sich der Ganzjahres-Testsieger lohnt
Ganzjahresreifen sollen den lästigen Saisonwechsel ersparen – aber nur, wenn sie sommers wie winters sicher sind. Genau dieser Spagat gelingt dem Continental AllSeasonContact 2 besonders gut: Im ADAC Ganzjahresreifentest 2026 (185/65 R15) war er der einzige von 16 Reifen mit der Note „gut“ und damit klarer Testsieger. Wir schauen uns an, was den Allwetterreifen technisch ausmacht, was die Tests wirklich sagen – Teilnoten und Messwerte statt Schlagzeile – und für wen er die richtige Wahl ist. Und für wen nicht.
Was den AllSeasonContact 2 technisch auszeichnet
Der AllSeasonContact 2 ist Continentals aktueller Ganzjahresreifen für Pkw und SUV und löst den schlicht AllSeasonContact genannten Vorgänger ab. Continental beschreibt ihn auf der Produktseite als Reifen, der „mithilfe neuer Technologien und eines Profils konstruiert“ wurde, „das darauf ausgelegt ist, den Rollwiderstand zu reduzieren“. Der Hersteller nennt als Kern eine anpassungsfähige Profil-Technologie, die Wasser auf nasser Straße ableiten und in Kurven ein festes, präzises Fahrgefühl vermitteln soll. Wir geben diese Punkte bewusst als Herstellerangaben wieder – belastbar wird daraus erst etwas, wenn unabhängige Tester messen. Genau das liefert der ADAC weiter unten.
Gegenüber dem Vorgänger nennt Continental vor allem zwei Fortschritte, die ohne Sicherheitseinbußen erreicht worden sein sollen: eine höhere Laufleistung und ein geringerer Rollwiderstand. Beides zahlt sich im Alltag aus, aber auf unterschiedliche Weise. Die Laufleistung entscheidet über die Kosten pro Kilometer – und die sind der ehrlichere Maßstab als der Kaufpreis. Wie stark dieser Hebel wirkt, rechnen wir im Ratgeber zur Laufleistung von Reifen durch: Ein länger haltender Reifen ist selbst bei höherem Anschaffungspreis oft der günstigere, weil ein zweiter Satz zusätzlich Montage, Wuchten und gegebenenfalls neue RDKS-Sensoren kostet. Der Rollwiderstand wiederum schlägt sich direkt in Verbrauch und Reichweite nieder – nachzulesen im Beitrag zum Spritsparen mit den richtigen Reifen.
Elektroautos: Continental kennzeichnet die E-Auto-Tauglichkeit des AllSeasonContact 2 nach eigenen Angaben mit einem EV-Check-Symbol auf der Seitenwand; in Größenbezeichnungen taucht dafür auch das Kürzel EVc auf, etwa bei der von AUTO BILD getesteten Dimension 215/55 R18 99V XL EVc. Dahinter steht ein reales technisches Problem: E-Autos wiegen durch die Batterie mehr, setzen ihr Drehmoment schlagartig um und reagieren empfindlich auf Rollwiderstand, weil er Reichweite kostet. Ein Reifen, der für diese Kombination ausgelegt ist, muss also gleichzeitig tragfähiger, verschleißfester und leichtläufiger sein – ein Zielkonflikt, der die Entwicklung schwierig macht. Wichtig für den Kauf: Entscheidend bleibt der Tragfähigkeitsindex, der zu Ihrem Fahrzeug passen muss. Die Kennzeichnung ersetzt diese Prüfung nicht, sie ergänzt sie.
3PMSF und M+S: wintertauglich und gesetzeskonform
Der AllSeasonContact 2 trägt das Alpine-Symbol (3PMSF) – das Bergpiktogramm mit Schneeflocke – und zusätzlich die Kennung M+S. Das ist kein Marketing-Detail, sondern rechtlich entscheidend: In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, und seit Oktober 2024 erfüllen ausschließlich Reifen mit dem Alpine-Symbol diese Vorschrift. Die alte M+S-Kennung allein reicht nicht mehr aus, die Übergangsfrist ist ausgelaufen. Ein Ganzjahresreifen mit 3PMSF darf also bei Schnee, Eis und Glätte gefahren werden – und zwar, das wird häufig übersehen, nur dann rechtssicher, wenn er auf allen vier Rädern montiert ist. Welche Vorschriften sonst noch gelten, lesen Sie kompakt in unserem Überblick zu Reifen und Gesetz.
Wichtig bleibt die ehrliche Einordnung: 3PMSF bedeutet eine geprüfte Mindest-Wintertauglichkeit, kein Spezialisten-Niveau. Der ADAC-Test 2026 führt das drastisch vor Augen. Von den fünf Reifen, die dort mit „mangelhaft“ durchfielen, tragen alle das Alpine-Symbol auf der Flanke und gelten damit offiziell als Winterreifen – und trotzdem stellt der ADAC ihnen ein „dickes Fragezeichen hinter der Wintertauglichkeit“ aus, weil ihnen auf winterlicher Fahrbahn schlicht der Grip fehlt. Das Symbol sagt also, dass ein Reifen eine Mindestprüfung bestanden hat, nicht wie gut er auf Schnee ist. Wer viel Schnee, häufige Bergfahrten oder strengen Dauerfrost erlebt, fährt mit einem echten Winterreifen weiterhin besser.
Entscheidend ist außerdem die Restprofiltiefe, und hier lohnt sich der Blick auf den Wortlaut. Gesetzlich genügen 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt in seinen Kaufhinweisen zum Ganzjahresreifentest dagegen ausdrücklich: „Winterreifen und Ganzjahresreifen sollten ab einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern zugunsten der Fahrsicherheit getauscht werden, damit Sie im Falle von Aquaplaning noch eine Sicherheitsreserve haben.“ Die 4-mm-Marke ist also keine Faustregel aus dem Internet, sondern eine begründete Empfehlung – und sie zielt bemerkenswerterweise nicht nur auf Schnee, sondern auf Aquaplaning. Wie Sie die Profiltiefe zuverlässig kontrollieren, zeigt unser Ratgeber Profiltiefe richtig messen.
AllSeasonContact 2 in Tests: Testsieger beim ADAC
Der AllSeasonContact 2 gehört zu den am gründlichsten geprüften Ganzjahresreifen überhaupt. Wichtig für das Verständnis der Ergebnisse: Der ADAC bildet seine Gesamtnote seit 2023 zu 70 Prozent aus der Fahrsicherheit und zu 30 Prozent aus der Umweltbilanz. Innerhalb der Fahrsicherheit zählt beim Ganzjahresreifen die nasse Fahrbahn mit 45 Prozent, die trockene mit 35 und die winterliche mit 20 Prozent; die Umweltbilanz setzt sich zu 40 Prozent aus der Laufleistung sowie je 20 Prozent Abrieb und Effizienz und je 10 Prozent Geräusch und Nachhaltigkeit zusammen. Die Notengrenzen lauten: sehr gut 0,6–1,5 · gut 1,6–2,5 · befriedigend 2,6–3,5 · ausreichend 3,6–4,5 · mangelhaft 4,6–5,5. Eine 2,6 ist demnach bereits „befriedigend“ – das ist die häufigste Verwechslung beim Lesen solcher Tabellen.
ADAC Ganzjahresreifentest 2026 (185/65 R15), Gesamtnote 2,3 – Testsieger. Die Stärke des Continental steckt in der Fahrsicherheit, und zwar durchgängig: Teilnote 2,1, zusammengesetzt aus trockener Fahrbahn 2,2, nasser Fahrbahn 2,0 und winterlicher Fahrbahn 2,3. Er überzeuge „vor allem bei der Fahrsicherheit, und das in allen Disziplinen“, schreibt der ADAC – und er ist der einzige Reifen des Feldes, dessen Fahrsicherheitsnote überhaupt im „gut“-Bereich liegt; der Zweitbeste kam auf 2,7. Bei den Messwerten bedeutet das konkret: 32,8 m Nassbremsweg aus 80 km/h auf Asphalt, wobei der beste Reifen des Feldes 32,4 m und der schlechteste 38,3 m brauchte – der Conti liegt also praktisch auf dem Bestwert. Auf Schnee stand er nach 11,7 m aus Tempo 30 (Feld: 11,3–13,1 m), auf Eis nach 21,1 m aus 20 km/h (Feld 20,3–23,0 m), bei der Schneetraktion erreichte er 254,9 dN in einem Feld, das von 215,9 bis 258,4 dN reichte. Trocken bremste er mit 42,1 m dagegen nur mittelmäßig (Feld 39,5–45,0 m) – ein Reifen ohne Schwächen ist auch er nicht.
Bei der Umweltbilanz bekam er 2,6, also ein „befriedigend“, und der Grund dafür ist eindeutig: die Laufleistung. Der ADAC prognostizierte für ihn 41.300 km bei einer Feldspanne von 46.000 bis 32.400 km und schreibt dazu wörtlich von „kleinen Abstrichen bei der Laufleistung (41.300 km prognostiziert) und damit bei der Umweltbilanz“. Er ist damit nicht der langlebigste Reifen des Feldes – am weitesten kam ausgerechnet der nicht empfehlenswerte Norauto. Die übrigen Teilnoten der Umweltbilanz fielen dagegen gut aus – Reifenabrieb 1,8, Effizienz 1,9 –, und beim Kraftstoffverbrauch erreichte er mit 5,4 l/100 km bei Tempo 100 den Bestwert des Testfeldes; sein Vorbeifahrgeräusch betrug 70,9 dB(A), gemessener Abrieb 59 mg/km/t bei einer Feldspanne von 48 bis 75. Das EU-Label des Testreifens lautete B/B/B, 71 dB, der Testpreis 84 Euro, produziert wurde er in Frankreich.
Das Gesamtbild des Feldes 2026 gehört zur Einordnung dazu, denn es zeigt, wie groß die Streuung ist: Von 16 Reifen erreichte einer die Note „gut“, sieben ein „befriedigend“ – und acht Reifen schnitten laut ADAC „maximal mit ausreichend oder sogar mangelhaft“ ab und bekamen damit keine Kaufempfehlung. Fünf davon waren „mangelhaft“ (Norauto 4 Seasons 2, Bridgestone Weather Control A005-Evo, Mastersteel All Weather 2, Roadhog RGAS02, Tomason Allseason), drei „ausreichend“ (Nexen N’Blue 4Season 2, Dunlop All Season 2, Milever All Season Versat MC545). Hinter dem Continental folgten mit jeweils 2,6 der Pirelli Cinturato All Season SF 3 und der Michelin CrossClimate 2 – beide mit besserer Umweltbilanz (2,4 bzw. 2,2), aber schwächerer Fahrsicherheit (2,7 bzw. 2,8). Weil die Sicherheit 70 Prozent der Note ausmacht, reichte ihnen das nicht. Genau daran lässt sich das Bewertungsprinzip ablesen: Ein Ganzjahresreifen gewinnt beim ADAC über die Fahrsicherheit, verliert aber Punkte über die Haltbarkeit.
ADAC-Test 2025 (225/45 R17), Gesamtnote 2,3. Auch ein Jahr zuvor zählte der Reifen zur Spitzengruppe – punktgleich mit dem Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, vor Pirelli und Bridgestone (je 2,5). Die Verteilung war dabei eine andere als 2026: Fahrsicherheit 2,4, Umweltbilanz 2,2. Der ADAC hielt fest, dem Conti gelinge es „als einzigem Reifen im Test sowohl bei der Bewertung zur Fahrsicherheit als auch zur Umweltbilanz […] ein ‚gut‘ zu erzielen“; Schwächen leiste er sich „weder auf trockener noch auf nasser Fahrbahn“, und auch seine Wintertauglichkeit habe überzeugt. Messtechnisch war er in dieser Größe der beste Nassbremser des gesamten Feldes (31,3 m auf Asphalt, 38,4 m auf Beton) – der Abstand zum schlechtesten Reifen betrug 11,3 Meter, was der ADAC anschaulich übersetzt: Wo das eine Auto steht, prallt das andere noch mit rund 41 km/h auf. Die prognostizierte Laufleistung lag hier bei 48.200 km. Details zum Testfeld im ADAC Ganzjahresreifentest 2025.
Weitere Auszeichnungen, die Continental selbst anführt – wir geben sie als Herstellerangaben wieder, weil uns die Originalberichte nicht vorliegen: AUTO BILD EV-Ganzjahresreifentest 2026 (215/55 R18 99V XL EVc) Rang 2 mit Note 1,4 „sehr gut“ · AUTO-BILD-SUV-Ganzjahresreifentest 2025 (215/50 R18) Testsieg mit 1,2 „vorbildlich“ · AUTO BILD Ganzjahresreifentest 2025 (225/40 R18) ebenfalls 1,2 „vorbildlich“ (Pressemitteilung) · AvD 2025 (205/55 R16) Testsieg gegen 27 Modelle · ACE/GTÜ/ARBÖ 2024 (215/50 R18) Testsieg mit 193 Punkten · Auto Zeitung 21/2024 (215/55 R17) punktgleicher Testsieg mit dem Goodyear. Bemerkenswert ehrlich ist dabei, dass auch Continental selbst Schwächen aufführt: Beim ACE-Test wird der Reifen bei winterlichen Bedingungen als „durchschnittlich“ bezeichnet, im Test von Tyre Reviews (205/55 R16) stehen einem Testsieg ein „geringer Aquaplaning-Widerstand“ und eine „ausgedehnte Trockenbremsung“ gegenüber. Das deckt sich mit dem ADAC-Bild von 2026: stark bei Nässe und Traktion, weniger stark beim Trockenbremsen.
Warum sich ein Testsieg nicht auf jede Größe übertragen lässt
Der ADAC-Testsieg 2026 wurde in 185/65 R15 auf einem Kleinwagen erfahren – und genau hier lauert der häufigste Denkfehler beim Reifenkauf. Ein Testergebnis gilt nämlich nicht automatisch für alle Größen desselben Modells. Der ADAC nennt dafür eine präzise Regel: Ergebnisse lassen sich nur dann übertragen, wenn die Breite höchstens ±10 mm und das Höhenverhältnis höchstens ±5 Prozentpunkte abweichen und Felgendurchmesser sowie Bauart identisch sind. Für den Testsieger heißt das: Von 185/65 R15 aus reicht der Geltungsbereich etwa von 175/60 R15 bis 195/70 R15 – auf 205/55 R16 oder gar 225/45 R18 lässt sich der Testsieg formal nicht übertragen.
Zwei weitere Einschränkungen kommen hinzu, die in Werbeaussagen praktisch nie auftauchen. Erstens: Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V (ab 240 km/h) oder höher sind nicht auf Reifen mit niedrigerem Index übertragbar – die Karkasse und die Mischung unterscheiden sich zu stark. Zweitens: Reifen ohne Zusatz, Reifen mit XL/„Reinforced“ und solche mit HL gehören zu unterschiedlichen Lastklassen und sind untereinander nur bedingt vergleichbar. Wer also den Testsieger in 185/65 R15 88H liest und daraus auf die 235/45 R19 seines SUV schließt, überdehnt das Ergebnis erheblich.
Praktisch heißt das nicht, dass ein solcher Test für andere Größen wertlos wäre – er zeigt sehr wohl, dass ein Hersteller die Grundauslegung beherrscht. Aber er ist eben kein Versprechen für Ihre Dimension. Der stabilere Schluss ergibt sich aus mehreren Tests in verschiedenen Größen, und den kann der AllSeasonContact 2 vorweisen: Der ADAC prüfte ihn 2025 in 225/45 R17 und 2026 in 185/65 R15, in beiden Fällen mit Gesamtnote 2,3 – einmal getragen von der Sicherheit, einmal von der Umweltbilanz. Ein Modell, das in zwei sehr unterschiedlichen Dimensionen dieselbe Note holt, ist glaubwürdiger als eines mit einem einzelnen Spitzenergebnis. Der ADAC weist übrigens noch auf etwas hin, das gerade Kleinwagenfahrer betrifft: In kleinen Dimensionen bieten „nicht alle Premiumhersteller ihre neuesten Modelle“ an – Bridgestone war 2026 in 185/65 R15 nur mit dem Vorgänger Weather Control A005-Evo vertreten, Michelin mit dem CrossClimate 2 statt dem CrossClimate 3. „Aktuelles Modell“ ist in kleinen Größen keine Selbstverständlichkeit.
Nicht verwechseln: AllSeasonContact 2 und AllSeasonContact
Im Handel finden Sie zwei sehr ähnlich klingende Modelle: den aktuellen AllSeasonContact 2 und den älteren AllSeasonContact (ohne „2“). Der Reifen ohne Ziffer ist der Vorgänger – technisch eine Generation zurück und in den aktuellen Tests nicht mehr vertreten. Achten Sie beim Kauf also genau auf die „2“ in der Bezeichnung. Die vollständige Modellbezeichnung steht auch auf der Reifenflanke, sodass Sie die Ziffer direkt ablesen können; in unserem Shop ist die Generation im Produktnamen ausgewiesen.
Eine verbreitete Faustregel müssen wir dabei allerdings kassieren – und zwar anhand unserer eigenen Zahlen. Es heißt oft, ein auffällig niedriger Preis sei ein Hinweis auf die Vorgängergeneration. In unserem Sortiment stimmt das nicht. Wir haben am 2. September 2026 alle lieferbaren Angebote beider Generationen erhoben und für jede Größe, die es in beiden gibt, den jeweils günstigsten Preis verglichen: In 38 Größen sind beide Generationen zu plausiblen Preisen lieferbar, und in 27 davon ist der neuere AllSeasonContact 2 der günstigere – in nur 8 Größen ist er teurer, in 3 praktisch preisgleich. Der Median liegt bei rund 6 Prozent zugunsten der aktuellen Generation. Der Grund ist naheliegend: Auslaufende Modelle werden in kleinen Restmengen gehandelt, und kleine Restmengen sind selten billig. Der niedrige Preis ist also kein verlässliches Erkennungsmerkmal – der Modellname ist es.
Es gibt allerdings einen Bereich, in dem die alte Generation weiterhin ihre Berechtigung hat, und das ist ein echtes Kaufargument: den AllSeasonContact 2 gibt es überhaupt erst ab 15 Zoll. Continental gibt das Größenspektrum selbst mit „15 bis 22 Zoll“ an, und unsere Bestandserhebung bestätigt es exakt – kein einziges Angebot unterhalb von 15 Zoll. Der Vorgänger dagegen ist bei uns in acht 14-Zoll-Größen lieferbar (155/65 R14 bis 185/70 R14). Wer einen älteren Kleinwagen mit 14-Zoll-Rädern fährt, hat bei Continental also gar keine Wahl zwischen den Generationen – für ihn ist der Vorgänger schlicht das aktuelle Angebot. Das ist kein Mangel, sondern eine Marktrealität: In den kleinsten Dimensionen lohnt sich für die Hersteller die Entwicklung neuer Profile immer seltener.
EU-Label und verfügbare Größen
Der AllSeasonContact 2 ist breit aufgestellt. Unsere Vollerhebung vom 2. September 2026 ergab 198 lieferbare Angebote in 124 verschiedenen Größen von 15 bis 22 Zoll, mit einem Schwerpunkt auf 18 Zoll (39 Angebote), 19 Zoll (37), 17 Zoll (32) und 20 Zoll (32). Die Preise reichen von 76,34 € bis 365,32 € je Reifen, der Median liegt bei 150,01 €. Damit ist der Reifen nicht nur eine Kleinwagen-Lösung, sondern deckt Kompaktklasse, Mittelklasse und SUV mit ab.
Beim EU-Reifenlabel zeigt sich ein bemerkenswert einheitliches Bild bei der Sicherheitskennzahl und ein sehr uneinheitliches bei der Effizienz. Nasshaftung: 194 der 198 Angebote tragen die Klasse B, nur vier die Klasse C – das ist eine der konsistentesten Label-Bilanzen, die wir bei einem Ganzjahresreifen sehen. Kraftstoffeffizienz: hier streut es deutlich – 9-mal A, 145-mal B, 41-mal C und 3-mal D. Rollgeräusch: durchgehend zwischen 70 und 73 dB. Praktisch heißt das: Die Nasshaftung dürfen Sie beim AllSeasonContact 2 quer über die Größen als gegeben ansehen, die Effizienz nicht. Wer Wert auf Verbrauch legt, muss die konkrete Dimension prüfen.
Wie wenig sich das Label verallgemeinern lässt, zeigt ein Fund aus unserem eigenen Bestand besonders deutlich. Die Größe 225/45 R17 94W – die ADAC-Testdimension von 2025 – gibt es bei uns zweimal mit unterschiedlichem Label: einmal mit C/B und 71 dB für 98,14 €, einmal mit D/B und 72 dB für 116,12 €. Gleiche Größe, gleicher Trag- und Geschwindigkeitsindex, gleiches Modell – und das günstigere Angebot hat das bessere Label. Solche Abweichungen entstehen durch unterschiedliche Produktionsstandorte und Fertigungsstände. Die Lehre daraus ist unbequem, aber wichtig: Prüfen Sie die Labelwerte immer am konkreten Artikel, nicht am Modellnamen. Dazu passt eine Warnung, die der ADAC seinen Kaufhinweisen voranstellt: „Verlassen Sie sich beim Kauf nicht auf das EU-Reifenlabel – die Tests zeigen, dass das Label nicht die Gesamtperformance auf Nässe widerspiegeln muss.“
Zwei konkrete Beispiele aus unserem Sortiment, beide in ADAC-Testgrößen: die Testdimension von 2026 als Continental AllSeasonContact 2 185/65 R15 88H – mit Label B/B und 71 dB, also exakt den Werten, die der ADAC an seinem Testreifen protokolliert hat – und für Kompaktwagen der Continental AllSeasonContact 2 205/55 R16 91V, eine der häufigsten Pkw-Größen überhaupt. Eine Übersicht aller lieferbaren Maße bietet die Modellseite zum AllSeasonContact 2; passende Alternativen sehen Sie in der Kategorie Ganzjahresreifen.
Ehrlich abgewogen: Für wen lohnt er sich?
Der AllSeasonContact 2 ist eine starke Wahl, wenn Sie in gemäßigten Regionen mit milden Wintern unterwegs sind, überschaubare Jahresfahrleistungen haben und sich Wechsel und Einlagerung sparen möchten. Auch als bequeme Lösung für Zweit- und Stadtwagen spielt er seine Stärken aus. Der ADAC zieht die Grenze zwischen den Konzepten dabei erfreulich konkret am Fahrprofil: Wer „häufig und viel auf der Autobahn und/oder bei hohen Temperaturen und hoher Beladung“ fährt – Stichwort Sommer- und Winterurlaub mit vollem Auto –, ist „mit klassischen Sommer- und Winterreifen in der Regel besser beraten“. Wer dagegen „hauptsächlich auf Bundesstraßen und nur gelegentlich Autobahn“ fährt und „nicht allergrößten Wert auf Präzision und Rückmeldung am Lenkrad“ legt, findet auch geeignete Ganzjahresreifen. Das ist die brauchbarste Entscheidungshilfe zum Thema, die wir kennen – sie stellt nicht auf Geografie ab, sondern auf Belastung.
Weniger sinnvoll ist der Reifen, wenn Sie regelmäßig bei starkem Schnee, im Gebirge oder bei strengem Dauerfrost fahren – dann bleiben zwei spezialisierte Sätze die sichere Wahl. Und ein Punkt, der beim Testsieger gern untergeht: Seine Schwäche liegt bei der Haltbarkeit. 41.300 km prognostizierte Laufleistung sind ordentlich, aber keine Bestmarke; der ADAC schreibt zum Feld 2026 nüchtern, Rekordlaufleistungen seien nicht dabei. Wer sehr viele Kilometer im Jahr fährt, sollte diese Rechnung aufmachen, bevor der Testsieg den Ausschlag gibt.
Ein Wort zum Markennamen, weil er oft als Abkürzung für Qualität dient: Er ist keine. Continentals eigene Budgetmarke Barum kam im ADAC-Test 2025 mit dem Quartaris 5 nur auf 3,9 („ausreichend“) und war damit nicht empfehlenswert – im selben Testfeld, in dem der Continental vorn lag. Umgekehrt landete 2026 mit dem Bridgestone Weather Control A005-Evo ein Premium-Name auf 5,3. Nicht der Hersteller entscheidet, sondern das konkrete Modell in der konkreten Größe. Ob sich Ganzjahresreifen für Sie überhaupt rechnen, klären unsere Ratgeber Ganzjahresreifen – für wen sie sich lohnen und Ganzjahresreifen oder zwei Sätze?; die grundlegenden technischen Unterschiede der Reifenarten erklären wir separat.
Wer ohnehin in der Premium-Klasse sucht, vergleicht den AllSeasonContact 2 am besten mit seinem stärksten Rivalen, dem Michelin CrossClimate 3. Und unabhängig vom Modell gelten die übrigen ADAC-Kaufhinweise: immer vier Reifen desselben Modells und Typs montieren, bei unterschiedlicher Profiltiefe die besseren Reifen auf die Hinterachse, den Reifendruck regelmäßig prüfen und bei schwerer Ladung nach Herstellervorgabe erhöhen – und keine neuen Reifen kaufen, die älter als drei Jahre sind; Auskunft darüber gibt die DOT-Nummer auf der Flanke.
Häufige Fragen
Ist der Continental AllSeasonContact 2 wintertauglich?
Ja. Er trägt das Alpine-Symbol (3PMSF) und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen an Winterreifen in Deutschland – vorausgesetzt, er ist auf allen vier Rädern montiert. Im ADAC-Test 2026 erreichte er auf winterlicher Fahrbahn die Teilnote 2,3 und bremste auf Schnee nach 11,7 m aus Tempo 30, bei einer Feldspanne von 11,3 bis 13,1 m. Für gemäßigte Winter ist er damit gut geeignet; bei viel Schnee oder im Gebirge bleibt ein echter Winterreifen überlegen. Achten Sie im Winter auf mindestens 4 mm Restprofil.
Ist der AllSeasonContact 2 für Elektroautos geeignet?
Ja. Continental kennzeichnet die E-Auto-Tauglichkeit mit dem EV-Check-Symbol auf der Seitenwand, in Größenbezeichnungen erscheint dafür auch das Kürzel EVc. Der niedrige Rollwiderstand kommt der Reichweite entgegen. Wichtig ist, dass die Tragfähigkeit zum Fahrzeug passt – E-Autos sind wegen der Batterie schwerer; im Zweifel auf XL-Ausführungen achten und die Vorgaben aus der Zulassungsbescheinigung Teil I beachten.
Gilt der ADAC-Testsieg auch für meine Reifengröße?
Nur eingeschränkt. Der ADAC überträgt Testergebnisse ausdrücklich nur auf Größen, deren Breite um höchstens ±10 mm und deren Höhenverhältnis um höchstens ±5 Prozentpunkte abweicht – bei identischem Felgendurchmesser und identischer Bauart. Der Testsieg 2026 wurde in 185/65 R15 erfahren und gilt formal nicht für 205/55 R16 oder 225/45 R18. Ergebnisse von Reifen mit Geschwindigkeitsindex V oder höher lassen sich zudem nicht auf niedrigere Indizes übertragen, und XL-, HL- und Standard-Ausführungen sind untereinander nur bedingt vergleichbar.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Kauf?
Ganzjahresreifen können Sie das ganze Jahr über kaufen. Wann die Preise besonders günstig sind, lesen Sie in unserem Ratgeber Wann ist die beste Zeit, Reifen zu kaufen?.