# Warum derselbe Reifen je nach Größe ein anderes EU-Label trägt

Veröffentlicht: 20.07.2026 · Aktualisiert: 07.10.2026 · Kategorie: Reifenlabel & EU-Kennzeichnung · Autor: Reifentiefpreis · Schlagwörter: EU-Reifenlabel, Kraftstoffeffizienz, Rollwiderstand, Reifengröße, Kaufberatung

Titelbild: https://www.reifentiefpreis.live/bild/blog/reifenlabel-groesse-vergleich.jpg

Wer sich vor dem Reifenkauf informiert, liest fast immer Sätze über ein Modell: „Dieser Reifen hat Effizienzklasse A.“ So steht es in Testberichten, in Foren und in Produktbeschreibungen. Vollständig ist das selten. Denn die Klasse auf dem EU-Reifenlabel gilt nicht für einen Modellnamen, sondern immer für eine ganz bestimmte Ausführung — also für die Kombination aus Größe, Lastindex, Geschwindigkeitsindex und Bauart.

Im Juli 2026 haben wir das an fünf Reifenmodellen durchgerechnet, im Oktober dann über unser gesamtes Pkw-Regal. Für diese Fassung haben wir die Auswertung noch einmal von vorn aufgesetzt — mit einem strengeren Maßstab an die eigenen Daten. Stichtag ist der **7. Oktober 2026**: **34.962 lieferbare Pkw-Reifen**, davon **28.934 Ausführungen mit Labelwerten, die wir für belastbar halten**. Die übrigen 6.028 haben wir herausgenommen, weil ihre Labelfelder erkennbar nicht aus einer Messung stammen. Das ist kein Detail am Rand: Bei einzelnen Modellen betrifft es das gesamte Angebot.

Das Ergebnis ist deutlich — und es fällt in den Kernzahlen etwas anders aus als in unserer Fassung vom 4. Oktober. Warum, schreiben wir weiter unten offen hin, weil der Unterschied zwischen „hat sich bestätigt“ und „war falsch gerechnet“ genau das ist, was eine solche Auswertung wert ist.

## Ein Modellname, mehrere Effizienzklassen

Das klarste Beispiel liefert weiter der Continental EcoContact 6 — ein Reifen, der ausdrücklich auf niedrigen Rollwiderstand ausgelegt ist. In der Größe 185/65 R15 88H trägt er bei der Kraftstoffeffizienz die Klasse A und bei der Nasshaftung ebenfalls A. In 155/65 R14 75T, demselben Modell in einer kleineren Größe, steht auf dem Label ein C.

- [Continental EcoContact 6 185/65 R15 88H](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/continental-ecocontact-6-185-65-r15-88h-98227) — Label A/A/70, EPREL 481600, 88,70 €
- [Continental EcoContact 6 155/65 R14 75T](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/continental-ecocontact-6-155-65-r14-75t-119616) — Label C/B/70, EPREL 481368, 66,19 €

Beide Ausführungen tragen eine echte EPREL-Registriernummer, sind also tatsächlich gemessen und eingetragen. Zwei Klassen Abstand, gleicher Modellname, gleiche Produktfamilie, gleicher Hersteller — und der schlechter eingestufte Reifen ist der günstigere, was die Reihenfolge immerhin plausibel macht. Wie Sie gleich sehen werden, gilt auch das nicht durchgehend.

Ein Ausreißer ist der Abstand nicht. Über alle **200 belastbaren Ausführungen** des EcoContact 6 hinweg gibt es in 13 und 14 Zoll **keine einzige** mit einem A; die beste dort erreichbare Klasse ist B. In 15 Zoll tragen 7 von 11 Ausführungen ein A, in 16 Zoll 24 von 30, in 17 Zoll 42 von 46. Wer einen Kleinwagen mit 14-Zoll-Rädern fährt, kann diesen ausgewiesenen Spritsparreifen also kaufen — bekommt ihn aber prinzipbedingt nicht in der Bestklasse, die in jedem Testbericht über das Modell steht. Alle Größen des Modells nebeneinander sehen Sie auf dem [Modellüberblick zum EcoContact 6](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/continental/ecocontact-6).

Für Sie heißt das zunächst nur eines: Die Klasse, die Sie in einer Modellbeschreibung lesen, muss für Ihre Größe nicht gelten. Wie das Label grundsätzlich aufgebaut ist, erklären wir im [ausführlichen Ratgeber zum Lesen des Reifenlabels](https://www.reifentiefpreis.live/blog/eu-reifenlabel-lesen-nasshaftung-effizienz-und-geraeusch-einfach-erklaert); die Kurzfassung der Begriffe steht im [EU-Reifenlabel](https://www.reifentiefpreis.live/info/reifenlabel) in unserem Info-Bereich. *(Alle Preise und Labelwerte in diesem Beitrag sind unser Stand vom 7. Oktober 2026 und keine Marktpreise; maßgeblich ist immer die Angabe auf der jeweiligen Artikelseite.)*

## Was die Modellnamen im ganzen Regal verraten

Fünf Modelle sind ein Hinweis, kein Beweis. Deshalb haben wir jedes Pkw-Reifenmodell herausgezogen, das bei uns mit mindestens 20 belastbaren Ausführungen im Regal steht — das sind **443 Modelle**. Für jedes davon haben wir gezählt, wie viele verschiedene Effizienzklassen unter demselben Modellnamen vorkommen.

Das Bild ist eindeutig. Nur **37 dieser 443 Modelle** tragen über ihr gesamtes Größenspektrum hinweg genau eine Effizienzklasse. Bei allen anderen schwankt sie, oft erheblich:

- **Eine einzige Klasse:** 37 Modelle (8,4 Prozent)
- **Zwei Klassen:** 157 Modelle (35,4 Prozent)
- **Drei Klassen:** 167 Modelle (37,7 Prozent)
- **Vier Klassen:** 63 Modelle (14,2 Prozent)
- **Alle fünf Klassen von A bis E:** 19 Modelle (4,3 Prozent)

Zusammengefasst: **406 von 443 Modellen — 91,6 Prozent — tragen unter einem Namen mehr als eine Effizienzklasse.** Bei fast jedem fünften Modell liegen vier oder fünf Klassen dazwischen, also praktisch die gesamte Skala. Dazu gehören keineswegs nur Billigmarken: Unter den 19 Modellen, die das volle Feld von A bis E aufspannen, stehen unter anderem der Goodyear UltraGrip Performance 3, der Bridgestone Turanza T005, der Continental SportContact 5, der Hankook Ventus S1 Evo3 K127 und der Michelin Pilot Sport 4.

Bei den beiden letztgenannten haben wir die Extreme einzeln aufgelöst, weil ein Verdacht naheliegt: Vielleicht mischt der Modellname bloß zwei verschiedene Produkte zusammen. Er tut es nicht. Beim Continental SportContact 5 trägt die A-Seite echte Registriernummern (etwa 255/55 R19 111W, EPREL 1973924), die E-Seite ebenso (225/45 R17 91Y, EPREL 481797) — und keine der beiden Extremausführungen ist ein Notlaufreifen. Dasselbe gilt für den Michelin Pilot Sport 4. Die technisch abweichenden Varianten führt der Shop ohnehin unter eigenen Namen: SportContact 5 P, SportContact 5 SSR, Pilot Sport 4 S. Die Spanne steckt also wirklich im gleichnamigen Reifen.

Eine Einschränkung müssen wir hier allerdings selbst machen, und sie passt zum Thema: Unsere eigenen Modellnamen sind nicht überall einheitlich geschrieben. In **55 Fällen** führen wir denselben Reifen unter mehreren Schreibweisen — „SportContact 5 P“ neben „SportContact 5P“, „P Zero“ neben „P-Zero“ und „PZERO“, „SW-608“ neben „SW608“. Für die Streuungsrechnung ist das unkritisch, weil solche Doppelungen eine Gruppe aufteilen und die Streuung damit eher unter- als überschätzen. Für Sie als Leser ist es aber ein weiteres Argument in derselben Richtung: Der Modellname ist eine unzuverlässige Bezugsgröße — und zwar schon, bevor man über Labelklassen spricht.

Damit ist die Kernaussage dieses Beitrags vom Einzelfall zur Regel geworden. Ein Satz wie „der XY hat Effizienzklasse B“ ist in neun von zehn Fällen keine Produkteigenschaft, sondern eine Momentaufnahme aus einer einzigen Dimension. Dass dasselbe Problem sogar bei **wortgleicher Artikelbezeichnung** auftreten kann, haben wir separat untersucht: In vier stark nachgefragten Größen fanden wir [60 Bezeichnungen, hinter denen mehr als ein Labelwert steht](https://www.reifentiefpreis.live/blog/eu-label-gleicher-reifenname) — 45 davon halten der Bereinigung um Platzhalter-Einträge stand.

## Warum wir unsere eigenen Zahlen korrigiert haben

In der Fassung vom 4. Oktober standen hier andere Zahlen: 31.957 belastbare Ausführungen, 486 ausgewertete Modelle, 443 davon mit mehr als einer Klasse. Diese Zahlen waren zu hoch, und zwar aus drei Gründen, die wir erst bei der Nachprüfung gefunden haben.

**Erstens die Platzhalter.** Damals haben wir nur solche Ausführungen aussortiert, deren Registriernummer die immer gleiche Ziffernfolge 1000000 trug. Einträge mit **leerem** Nummernfeld oder einer offensichtlich unmöglichen einstelligen Nummer blieben drin. Nach dem Maßstab, den wir inzwischen durchgängig anwenden, fallen auch sie heraus: Ohne Registriernummer lässt sich der Labelwert nicht gegen die europäische Produktdatenbank prüfen, und genau das ist die Bedingung dafür, eine Zahl eine Messung zu nennen. Konkret entfallen jetzt 607 Ausführungen mit der Füllwert-Kombination E/E/79 dB, 64 mit unvollständigen Klassen und 5.357 ohne verwertbare Registriernummer — knapp 3.000 davon mit der Ziffernfolge 1000000, rund 2.800 mit leerem Feld, 78 mit einer einstelligen Zahl.

**Zweitens doppelte Datensätze.** Unser offener Produktkatalog wird in zwölf Seiten ausgeliefert, und an vier Seitengrenzen überlappen sich diese Seiten: 71 Pkw-Ausführungen standen zweimal darin, 17 davon mit einem um wenige Cent abweichenden Preis, weil die beiden Seiten zu minimal verschiedenen Zeitpunkten erzeugt wurden. Wer ungeprüft durchzählt, zählt sie doppelt. Diese Fassung entdoppelt über die Artikelnummer.

**Drittens sechs unvollständige Datensätze.** An sechs Stellen gab der Katalog einen Datensatz mit abgeschnittenem Anfang aus, sodass er nicht mehr lesbar war. Zwei dieser sechs stehen durch die oben beschriebene Seitenüberlappung ohnehin vollständig an anderer Stelle im Katalog, einer ist ein Transporterreifen und gehört nicht in diese Grundgesamtheit. Die drei verbleibenden sind Pkw-Reifen, die dadurch tatsächlich gefehlt hätten; wir haben sie einzeln über ihre Produktseiten nachgeholt und in die Auswertung aufgenommen.

Das Erfreuliche an dieser Korrektur: Die **Kernaussage wird davon nicht berührt, sondern sogar etwas stärker.** Der Anteil der Modelle mit mehr als einer Effizienzklasse steigt von 91,2 auf 91,6 Prozent. Die mittlere Spannweite innerhalb einer einzelnen Reifengröße bleibt mit 4,58 Klassen auf die zweite Stelle identisch. Und beim Notlaufvergleich kommen wir auf dieselben Quoten wie vorher. Was sich ändert, sind die **absoluten Mengen** — und genau die hatten wir zuvor zu groß angegeben. Das ist die Lehre, die wir mitnehmen: Eine Zahl kann sich seit der letzten Erhebung gar nicht verändert haben und trotzdem falsch sein, wenn die Grundgesamtheit darunter nicht stimmt.

## Der Deckel: Wie gut kann dieses Modell überhaupt werden?

Bei der Auswertung wird ein zweiter Effekt sichtbar, den man leicht mit dem ersten verwechselt. Neben dem Gefälle **innerhalb** eines Modells gibt es eine Obergrenze **des** Modells — wir nennen sie den Deckel. Gemeint ist die beste Klasse, die dieses Modell in irgendeiner seiner Größen überhaupt erreicht.

Über die 443 Modelle verteilt sich dieser Deckel so:

- **bestes Exemplar Klasse A:** 85 Modelle (19,2 Prozent)
- **bestes Exemplar Klasse B:** 153 Modelle (34,5 Prozent)
- **bestes Exemplar Klasse C:** 164 Modelle (37,0 Prozent)
- **bestes Exemplar Klasse D:** 29 Modelle (6,5 Prozent)
- **bestes Exemplar Klasse E:** 12 Modelle (2,7 Prozent)

**Mehr als vier Fünftel aller Modelle — 358 von 443 — erreichen in keiner einzigen Größe ein A bei der Kraftstoffeffizienz.** Bei 164 Modellen ist in der besten aller Größen bei C Schluss, bei 41 weiteren sogar schon bei D oder E. Ein Reifen, dessen bestes Exemplar ein C ist, wird auch in der günstigsten Dimension kein A liefern — da hilft keine Größenwahl.

Für die Praxis sind das zwei verschiedene Fragen. Die erste lautet: Welche Klasse erreicht dieses Modell in **meiner** Größe? Die zweite: Wo liegt die Obergrenze dieses Modells überhaupt? Beides sehen Sie erst, wenn Sie die konkreten Ausführungen nebeneinanderlegen — nicht am Modellnamen.

Manchmal setzt nicht das Modell den Deckel, sondern die Saison. Von den 7.048 belastbaren Pkw-Winterreifen in unserem Regal tragen **genau sechs** die Effizienzklasse A — das sind 0,09 Prozent. Es sind der Nokian Hakkapeliitta R5 in 155/70 R19, zwei Ausführungen des [Pirelli P ZERO Winter 2 in 255/45 R20 105V](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/pirelli-p-zero-winter-2-255-45-r20-105v-149455) mit Label A/B/71 für 319,72 € und in 285/40 R20, zwei Ausführungen des Goodyear UltraGrip Performance 3 in 19 Zoll sowie ein Gripmax Pro Winter in 275/45 R20. Alle sechs sind große, breite Dimensionen. Wer unter [Winterreifen für den Pkw](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/pkw/winterreifen) in einer normalen Kompaktwagengröße nach einem A bei der Effizienz sucht, sucht umsonst; bei der Nasshaftung ist die Lage nur wenig besser, wie unsere Auszählung zur [Nasshaftung bei Winterreifen](https://www.reifentiefpreis.live/blog/nasshaftung-winterreifen) zeigt. Unter [Sommerreifen](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/pkw/sommerreifen) liegt die A-Quote bei der Effizienz dagegen bei 8,7 Prozent, bei Ganzjahresreifen bei 1,0 Prozent.

## Der Maßstab ist für alle Größen derselbe — mit einer Ausnahme

Naheliegend wäre die Vermutung, kleine Reifen würden schlicht nach einem strengeren Maßstab bewertet. Das ist nicht so — und genau das macht den Befund erst interessant.

Die Einstufung regelt die Verordnung (EU) 2020/740. Für Pkw-Reifen der Klasse C1 legt Anhang I Teil A feste Grenzwerte für den Rollwiderstandskoeffizienten fest, angegeben in Newton pro Kilonewton:

- **Klasse A:** bis 6,5
- **Klasse B:** 6,6 bis 7,7
- **Klasse C:** 7,8 bis 9,0
- **Klasse D:** 9,1 bis 10,5
- **Klasse E:** ab 10,6

Diese Grenzwerte gelten unverändert für **jeden** C1-Reifen, unabhängig von Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser. Gemessen wird nach Anhang 6 der UNECE-Regelung Nr. 117 [Quelle: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2020/740](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32020R0740).

Eine Ausnahme nennt der Verordnungstext allerdings selbst, und sie ist für dieses Thema wichtig: „Fällt ein Reifentyp unter mehr als eine Reifenklasse (z. B. C1 und C2), so ist zur Ermittlung der Kraftstoffeffizienzklasse dieses Reifentyps die für die höchste Reifenklasse (also C2, nicht C1) geltende Skala zu verwenden.“ Und die C2-Skala ist deutlich strenger: Dort reicht es für ein A erst bei einem Koeffizienten von 5,5 statt 6,5. Betroffen sind typischerweise die verstärkten Ausführungen, die auch an leichten Nutzfahrzeugen laufen — also das, was im Handel als Transporterreifen mit C-Kennung geführt wird und bei uns unter [Van- und Transporter-Reifen](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/van-transporter) steht. Für die normale Pkw-Ausführung bleibt es bei C1.

Der Maßstab ist also, von dieser einen Konstellation abgesehen, für alle Größen gleich. Wenn kleine Ausführungen trotzdem regelmäßig schlechter abschneiden, liegt das nicht an der Bewertung, sondern am gemessenen Wert selbst. Der Reifen rollt in dieser Größe tatsächlich schwerer.

## Die fünf Modelle aus dem Juli, nachgezählt

Drei der fünf Modelle aus der ersten Fassung bestätigen sich, bei zwei mussten wir nachbessern — und bei einem ist der Befund sogar auf null geschrumpft.

**Continental EcoContact 6 (200 belastbare Ausführungen von 209 im Katalog, im Juli 85):** Die Kernaussage hält. In 13 und 14 Zoll gibt es weiter kein A, ab 15 Zoll taucht es auf, ab 16 Zoll ist es die Regel. Beim Querschnitt sieht es heute anders aus als im Sommer: Damals trugen alle sechs ausgewerteten Ausführungen mit Querschnitt 40 ein A, heute sind es 11 von 13. Bei Querschnitt 70 und 80 ist weiter kein einziges A dabei, bei 65 sind es 13 von 21. Die Richtung stimmt also, die damalige Zuspitzung „alle“ nicht mehr.

**Michelin Primacy 4 (89 Ausführungen, alle belastbar, im Juli 50):** Hier ist der Größenverlauf heute noch schärfer als damals. In 15 Zoll tragen nur **2 von 21** Ausführungen ein A, in 17 Zoll dagegen **20 von 24**. Über den Querschnitt gelesen: 19 von 23 Ausführungen mit Querschnitt 55 erreichen ein A, bei Querschnitt 65 nur 3 von 15. Eine einzige Ausführung dieses Premium-Modells trägt sogar ein E. Achtung bei der Recherche: Michelin führt zusätzlich ein eigenes Modell namens PRIMACY 4+ mit weiteren 89 Ausführungen — das ist ein anderer Reifen und gehört nicht in dieselbe Auszählung.

**Tracmax Trac Saver: der Befund, der die Bereinigung nicht überlebt hat.** Im Juli hieß es hier, das Modell komme nie über C hinaus. Im Oktober hatten wir das auf 36 von 131 Ausführungen noch nachgerechnet. Nach dem strengeren Maßstab bleibt davon **nichts** übrig: **Keine einzige der 131 Ausführungen** trägt eine verwertbare Registriernummer. 95-mal steht dort die Ziffernfolge 1000000, 23-mal eine einstellige 2, 8-mal nichts, 5-mal eine 1. Über die Labelwerte dieses Modells können wir nach unseren eigenen Regeln also **keine Aussage** treffen — die Werte stehen im Katalog, aber nichts davon ist gegen die europäische Datenbank prüfbar. Wir lassen die alte Aussage deshalb fallen, statt sie abzuschwächen. Das ist der unbequemste Teil dieser Korrektur und gleichzeitig der lehrreichste: Ein ganzes Modell kann aus der Statistik verschwinden, wenn man den Nachweis zur Bedingung macht.

**Imperial EcoDriver4 F209 (62 von 63 Ausführungen belastbar):** Unverändert und auf beiden Achsen gedeckelt. Keine Ausführung ist besser als D eingestuft, 53 der 62 tragen ein E — und bei der Nasshaftung steht bei **allen 62** ein C. Das Modell gibt es ausschließlich von 12 bis 16 Zoll; ein Größenverlauf lässt sich nicht ablesen, weil das große Ende schlicht fehlt.

**Goodyear EfficientGrip Performance (61 von 63 belastbar, im Juli 53): das aufgelöste Gegenbeispiel, mit Abstrichen.** Im Juli stand hier, bei diesem Modell gebe es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Größe und Klasse. Ganz so eindeutig lässt sich das Gegenteil heute nicht behaupten: In 15 Zoll tragen 2 von 15 Ausführungen ein A, in 16 Zoll 7 von 18, in 17 Zoll 8 von 14, in 19 Zoll 3 von 3 — aber in 14 Zoll ist es 1 von 2 und in 18 Zoll nur 3 von 6. Die Tendenz zeigt nach oben, eine saubere Treppe ist es nicht. Wichtiger als der Verlauf ist ohnehin, was aus dem damaligen Kronzeugen geworden ist — der Ausführung 205/55 R17 91W mit einem D. Dazu der nächste Abschnitt.

## Der Notlauf kostet eine Effizienzklasse, die Nasshaftung kaum

Die Erklärung für den Goodyear-Fall steht in derselben Größe. In 205/55 R17 führen wir dieses Modell mehrfach, und die Unterschiede sind keine Nuance:

- [Goodyear EfficientGrip Performance 205/55 R17 91V](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/goodyear-efficientgrip-performance-205-55-r17-91v-70063) — normale Ausführung, Label A/B/70, 87,29 €
- [Goodyear EfficientGrip Performance 205/55 R17 91W](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/goodyear-efficientgrip-performance-205-55-r17-91w-94937) — Notlaufausführung (RFT), Label D/B/68, 143,29 €

Gleiches Modell, gleiche Größe, drei Effizienzklassen Abstand — und die schlechter eingestufte Variante kostet deutlich mehr. Der Unterschied ist die Bauart: Notlaufreifen haben eine verstärkte Seitenwand, die den Reifen bei Druckverlust tragen soll. Wie das technisch funktioniert, steht im Ratgeber zu [Notlaufreifen und ihrer Funktionsweise](https://www.reifentiefpreis.live/blog/runflat-notlaufreifen).

Dass das kein Einzelfall ist, lässt sich im Regal paarweise prüfen — und hier haben wir den Vergleich gegenüber der Vorfassung verschärft. Früher haben wir Paarungen über Modell und Größe gebildet; dabei durften sich Last- und Geschwindigkeitsindex unterscheiden. Jetzt verlangen wir **zusätzlich denselben Index**, damit wirklich nur die Bauart übrig bleibt, die sich unterscheidet. So bleiben **199 Paarungen** desselben Modells in derselben Größe mit demselben Index, einmal mit und einmal ohne Notlaufeigenschaft:

- **Notlauf schlechter eingestuft:** 95 Paarungen (47,7 Prozent)
- **gleich eingestuft:** 83 Paarungen (41,7 Prozent)
- **Notlauf besser eingestuft:** 21 Paarungen (10,6 Prozent)

Im Mittel liegt der Notlaufreifen **0,46 Effizienzklassen** hinter der normalen Ausführung. Rechnet man dieselben Paarungen für die **Nasshaftung** durch, verschwindet der Effekt weitgehend: Dort ist der Notlaufreifen nur in 23,6 Prozent der Fälle schlechter, in 67,8 Prozent gleich eingestuft, der mittlere Abstand sinkt auf 0,15 Klassen. Der Notlauf kostet also vor allem Rollwiderstand — und kaum Nassgriff. Lockert man die Bedingung wieder auf und lässt unterschiedliche Indizes zu, kommt man auf 281 Paarungen mit praktisch demselben Bild (50,5 Prozent schlechter, 0,58 Klassen im Mittel). Der Befund hängt also nicht am Zuschnitt der Stichprobe.

Das extremste Paar unter den streng vergleichbaren ist ein Bridgestone Potenza S001 in 205/50 R17, beide mit Lastindex 89 und Geschwindigkeitsindex Y, beide mit echter Registriernummer:

- [Bridgestone Potenza S001 205/50 R17 89Y als normale Ausführung](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/bridgestone-potenza-s001-205-50-r17-89y-71501) — Label B/B/70, EPREL 380924, 122,40 €
- [Bridgestone Potenza S001 205/50 R17 89Y als Notlaufversion](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/bridgestone-potenza-s001-205-50-r17-89y-71436) — Label E/C/70, EPREL 380922, 199,70 €

Drei Effizienzklassen und eine Nasshaftungsklasse Unterschied bei identischer Bezeichnung bis auf die Bauart — und 77 Euro Aufpreis für das schlechtere Etikett. Noch weiter auseinander liegt ein Pirelli Cinturato P7 in 205/60 R16, bei dem sich allerdings auch der Geschwindigkeitsindex unterscheidet: Die normale Ausführung trägt ein A, die Notlaufausführung ein E.

- [Pirelli Cinturato P7 205/60 R16 92V](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/pirelli-cinturato-p7-205-60-r16-92v-79091) — Label A/B/70, 109,24 €
- [Pirelli Cinturato P7 205/60 R16 92W](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/pirelli-cinturato-p7-205-60-r16-92w-44919) — Notlaufausführung, Label E/B/71, 170,01 €

Wer wissen will, in welchen Größen es Notlaufreifen überhaupt gibt und was der Aufpreis typischerweise ausmacht, findet die Auszählung dazu in unserem Beitrag über [Größenangebot und Aufpreis beim Notlaufreifen](https://www.reifentiefpreis.live/blog/runflat-groessen-aufpreis).

## Warum die flachste Flanke nicht die sparsamste ist

Aus der ersten Fassung ließ sich eine einfache Regel herauslesen: flacher gleich sparsamer. Über das ganze Regal gerechnet stimmt das nur in der Mitte. Bei den Sommerreifen steigt der Anteil der A-Einstufungen vom Querschnitt 30 (1,1 Prozent) über 40 (9,0 Prozent) bis zum Höchststand bei 50 und 55 (12,7 und 12,6 Prozent) — und fällt dann wieder: 60 liegt bei 9,5 Prozent, 65 bei 5,2 Prozent, 70 bei 0,4 Prozent. Bei **Querschnitt 25 und 35, also den flachsten Flanken, liegt die A-Quote bei 0,0 und 2,7 Prozent** — niedriger als in der Mitte des Felds. Bei Querschnitt 80 ist sie wieder bei null. Die Kurve hat also zwei Enden, an denen es kein A gibt, und einen breiten Gipfel dazwischen.

Die Nasshaftung verläuft dabei genau umgekehrt und völlig gleichmäßig. Bei Querschnitt 25 tragen 91,5 Prozent aller Sommerreifen ein A bei Nässe, bei 30 noch 65,7 Prozent, bei 55 nur 46,2 Prozent, bei 70 gerade 6,2 Prozent und bei 80 noch 2,3 Prozent. Über das gesamte Spektrum fällt diese Quote ohne einen einzigen Richtungswechsel. Die flachen Reifen sind also nicht schlechter entwickelt — sie sind auf etwas anderes hin entwickelt.

Dass dieser Tausch im System steckt, behaupten nicht wir, sondern der Gesetzgeber. In den Erwägungsgründen der Verordnung (EU) 2020/740 heißt es: „Verbesserungen bei einem Parameter, etwa dem Rollwiderstand, können sich nachteilig auf andere Parameter wie die Nasshaftung auswirken, während sich die Verbesserung der Nasshaftungsleistung wiederum nachteilig auf das externe Rollgeräusch auswirken kann.“ Genau dieses Muster zeigt unser Regal: Wo viele A bei Nässe stehen, stehen wenige A beim Verbrauch — und umgekehrt. Welche Seite die Hersteller beim Wechsel auf ein neues Modell bevorzugen, haben wir uns in einem eigenen Beitrag darüber angesehen, [was beim Modellwechsel zwischen Nasshaftung und Effizienz geopfert wird](https://www.reifentiefpreis.live/blog/label-klassen-modellwechsel). Was der Querschnitt zusätzlich im Preis ausmacht, steht im Beitrag über [Querschnitt und Reifenpreis](https://www.reifentiefpreis.live/blog/reifen-querschnitt-preis).

## Was davon in Ihrer eigenen Größe ankommt

Die ganze Streuung nützt Ihnen wenig, wenn Sie sie nicht in Ihrer Größe sehen. Deshalb die letzte Rechnung, und sie ist die praktisch wichtigste: Wir haben alle 170 Pkw-Größen genommen, in denen mindestens 40 belastbare Ausführungen stehen, und gezählt, wie weit die Effizienzklassen **innerhalb einer einzigen Größe** auseinanderliegen. Der Mittelwert beträgt **4,58 Klassen** — und in **108 dieser 170 Größen (63,5 Prozent) kommt die komplette Skala von A bis E vor.**

In der gefragtesten Pkw-Größe unseres Shops sieht das so aus: In [205/55 R16](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/groesse/205-55-r16) führen wir 651 belastbare Ausführungen von 316 Modellnamen. Davon tragen 28 ein A bei der Effizienz, 90 ein B, 413 ein C, 65 ein D und 55 ein E. Bei der Nasshaftung stehen 159 Ausführungen in Klasse A. In [195/65 R15](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/groesse/195-65-r15) sind es 495 Ausführungen, davon nur 6 mit Effizienz A und 72 mit Nasshaftung A. In [225/45 R17](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/groesse/225-45-r17) wiederum stehen 469 Ausführungen, davon 18 mit Effizienz A — aber 143 mit Nasshaftung A, also fast dreimal der Anteil von 195/65 R15. Drei gängige Größen, drei ganz verschiedene Angebote.

Bemerkenswert ist noch ein Detail: Von den 180 Modellen, die in 205/55 R16 mit mehr als einer Ausführung vertreten sind, tragen **48 innerhalb dieser einen Größe mehr als eine Effizienzklasse.** In 225/45 R17 sind es 48 von nur 111 — also mehr als jedes dritte Modell. Die Größe allein löst die Frage also nicht; auch innerhalb Ihrer Dimension müssen Sie auf die konkrete Ausführung schauen. Dass mit der Größe auch die Zahl der überhaupt erreichbaren Klassen steht und fällt, haben wir getrennt ausgezählt — nachzulesen im Beitrag darüber, [wie stark die Reifenauswahl am Felgendurchmesser hängt](https://www.reifentiefpreis.live/blog/reifenauswahl-nach-groesse).

Wenn Sie ein gutes Etikett in einer gängigen Größe suchen: Es gibt es, und es ist nicht zwangsläufig teuer. Der [Nexen N blue S 205/55 R16 91V](https://www.reifentiefpreis.live/artikel/nexen-n-blue-s-205-55-r16-91v-116844) trägt A bei der Effizienz und A bei der Nasshaftung, führt eine echte Registriernummer und kostet 54,56 €. Entscheidend ist nicht die Preisklasse, sondern dass Sie die Werte an der Ausführung ablesen, die Sie wirklich kaufen.

## Woran es liegen dürfte — und was offen bleibt

Der Rollwiderstand entsteht ganz überwiegend durch Verformungsarbeit: Der Reifen wird im Latsch platt gedrückt und federt danach zurück, und bei diesem ständigen Walken geht Energie als Wärme verloren. Zwei Eigenschaften kleiner Größen passen zu den gemessenen Werten. Eine hohe Seitenwand — also ein großer Querschnitt wie 65, 70 oder 80 — verformt sich pro Umdrehung stärker als eine flache. Und ein kleinerer Abrollumfang bedeutet mehr Umdrehungen pro Kilometer, also mehr Verformungszyklen auf derselben Strecke.

Für die Bauart liegt die Sache nach dieser Auswertung klarer als im Sommer: Der paarweise Vergleich von 199 Kombinationen aus Modell, Größe und Index mit und ohne Notlauf ist ein kontrollierter Vergleich — Modell, Größe, Hersteller, Last- und Geschwindigkeitsindex sind identisch, nur die Seitenwand unterscheidet sich. Dass dort im Mittel eine knappe halbe Effizienzklasse liegt, ist deshalb belastbarer als eine Korrelation, die man über das ganze Regal hinweg rechnet.

Für die Geometrie gilt das nicht im selben Maß. Wir sehen ausschließlich die Labelklassen, nicht die Messprotokolle, und die Größen eines Modells werden nicht gleich intensiv entwickelt: Hersteller verwenden nicht zwingend dieselbe Mischung und legen Karkassen für unterschiedliche Fahrzeugklassen unterschiedlich aus. Hinzu kommt, dass sich der Größenmix je Klasse mit dem Segment verschiebt — kleine Größen sind im Regal überdurchschnittlich oft Budget-Ware. Welche dieser Ursachen im Einzelfall überwiegt, veröffentlichen die Hersteller nicht. Wir halten uns deshalb an das, was belegbar ist: den gemessenen Unterschied auf dem Label, und nur dort, wo eine Registriernummer ihn prüfbar macht. Und daran, dass das Label die Sache ohnehin nicht allein entscheidet — warum es [als einzige Kaufgrundlage nicht ausreicht](https://www.reifentiefpreis.live/blog/reifenlabel-oder-test), haben wir an 46 Reifen einer Größe durchgerechnet.

## Was das für Ihren Reifenkauf bedeutet

Die praktische Konsequenz ist erfreulich einfach — und sie kostet Sie nichts außer einem kurzen Blick.

1. **Prüfen Sie das Label Ihrer Größe, nicht das des Modells.** Die verbindliche Angabe steht auf der Artikelseite der konkreten Ausführung, die Sie in den Warenkorb legen. Ein Testbericht bezieht sich fast immer auf genau eine Testgröße.
2. **Vergleichen Sie nur innerhalb derselben Größe.** Ein A in 225/45 R17 und ein C in 175/65 R14 sagen nichts darüber aus, welches Modell „besser“ ist — Sie können ohnehin nur unter den Reifen wählen, die auf Ihr Fahrzeug passen. Und innerhalb Ihrer Größe ist, wie gezeigt, meist die ganze Skala vertreten.
3. **Achten Sie auf die Bauart, bevor Sie zwei gleichnamige Angebote vergleichen.** Trägt eine Ausführung einen Notlauf-Zusatz, ist eine schlechtere Effizienzklasse der Normalfall und kein Datenfehler — in fast der Hälfte unserer 199 streng vergleichbaren Paarungen war es so.
4. **Erwarten Sie in kleinen Größen und bei Winterreifen nicht die Bestklasse.** Wenn in Ihrer Größe kein Modell besser als B oder C ist, liegt das häufig an der Größe oder der Saison und nicht an mangelnder Auswahl. Die sinnvolle Frage lautet dann: Welcher Reifen ist der beste **in meiner Größe**?
5. **Gewichten Sie die Nasshaftung mindestens genauso stark.** Die Effizienzklasse entscheidet über einige Zehntelliter Verbrauch, die Nasshaftung über den Bremsweg. Laut ADAC bringt Klasse A gegenüber Klasse E bei einer Vollbremsung aus 80 km/h einen bis zu 18 Meter kürzeren Bremsweg [Quelle: ADAC](https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reifen/reifenkauf/reifenlabel/). Was das in Metern je Klassenschritt bedeutet, steht im Beitrag über den [Bremsweg nach Nasshaftungsklasse](https://www.reifentiefpreis.live/blog/nasshaftung-reifenlabel).

Am schnellsten kommen Sie über die Größe ans Ziel: Rufen Sie die Seite Ihrer Größe auf — etwa [185/65 R15](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/groesse/185-65-r15) — und vergleichen Sie die dort gelisteten Reifen direkt miteinander. Einen Überblick über das gesamte Sortiment gibt die Kategorie [PKW-Reifen](https://www.reifentiefpreis.live/reifen/pkw). Wenn Sie gezielt auf niedrigen Verbrauch aus sind, lohnt vorab ein Blick darauf, [wie viel Sprit ein niedriger Rollwiderstand wirklich spart](https://www.reifentiefpreis.live/blog/rollwiderstand-spritsparen).

Unterm Strich: Das EU-Label ist ein gutes Werkzeug, aber es beschreibt einen Reifen in genau einer Ausführung. Bei mehr als 91 Prozent der Modelle in unserem Regal ist der Modellname für die Labelklasse schlicht die falsche Bezugsgröße.

## Häufige Fragen

### Gilt eine Effizienzklasse für alle Größen eines Reifenmodells?

Nein, und das ist die Regel, nicht die Ausnahme. Jede Ausführung — also jede Kombination aus Größe, Last- und Geschwindigkeitsindex sowie Bauart — wird einzeln gemessen und eingestuft. Von 443 ausgewerteten Pkw-Modellen mit mindestens 20 belastbaren Ausführungen tragen 406 mehr als eine Effizienzklasse, 19 davon alle fünf von A bis E.

### Werden kleine Reifen strenger bewertet als große?

Nein. Die Grenzwerte der Verordnung (EU) 2020/740 sind für alle Pkw-Reifen der Klasse C1 identisch, unabhängig von der Größe. Nur wenn ein Reifentyp zugleich unter die Klasse C2 fällt — typisch für verstärkte Transporter-Ausführungen —, gilt die strengere C2-Skala. Unterschiede in der Klasse gehen ansonsten auf den tatsächlich gemessenen Rollwiderstand zurück, nicht auf den Bewertungsmaßstab.

### Warum hat mein Notlaufreifen eine schlechtere Effizienzklasse?

Weil die verstärkte Seitenwand mehr Verformungsarbeit kostet. In unserem Regal haben wir 199 Fälle gefunden, in denen dasselbe Modell in derselben Größe und mit demselben Index mit und ohne Notlauf geführt wird: In 47,7 Prozent davon ist die Notlaufausführung schlechter eingestuft, im Mittel um 0,46 Klassen. Bei der Nasshaftung ist der Unterschied mit 0,15 Klassen deutlich kleiner.

### Wie viel Verbrauch trennt zwei Effizienzklassen?

Zwischen der besten Klasse A und der schlechtesten Klasse E liegen laut ADAC rund 0,5 Liter je 100 Kilometer, das entspricht etwa 7,5 Prozent Verbrauchsvorteil. Über die vier Klassenschritte verteilt bleibt pro Schritt also gut ein Zehntelliter. Der ADAC weist zugleich darauf hin, dass die meisten angebotenen Reifen beim Rollwiderstand ohnehin in den Klassen B und C liegen — das realistische Sparpotenzial ist damit kleiner, als die fünf Buchstaben vermuten lassen. Unsere Auszählung zeigt das Feld noch weiter unten: 48,5 Prozent aller belastbaren Pkw-Ausführungen stehen in Klasse C, nur 4,7 Prozent in Klasse A.


Quelle: https://www.reifentiefpreis.live/blog/reifenlabel-nach-groesse
